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<title>Römische Architektur</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Römische Architektur</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Als <b>römische Architektur</b> bezeichnet man die Baukunst der <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römer</a> zur Zeit der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">römischen Republik</a> und der <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">Kaiserzeit</a>. Die römische Architekturgeschichte umfasst damit einen Zeitraum von etwa neun Jahrhunderten (500 v.&nbsp;Chr. – 400 n.&nbsp;Chr.). Die Epochen der römischen Architektur werden nach einzelnen Herrschern, Dynastien oder retrospektiv formulierten historischen Zeitabschnitten benannt. Die seitens der <a href="Klassische_Arch%C3%A4ologie" title="Klassische Archäologie">Klassischen Archäologie</a> geprägten Epochen- oder Stilbegriffe finden keine Entsprechungen in der schriftlichen <a href="Antike" title="Antike">antiken</a> Überlieferung, entsprechen also nicht antiker Wahrnehmung und Einteilung.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einführung"><span id="Einf.C3.BChrung"></span>Einführung</h2></div>
<p>Die Römer waren zeitlich gesehen das letzte Volk, das in der Antike im Mittelmeerraum eine bedeutende Rolle gespielt hat. Sie trafen bei ihrem Auftreten auf die heterogene, von italischen, griechischen und orientalischen Einflüssen geprägte <a href="Etruskische_Kunst" title="Etruskische Kunst">Kunst der Etrusker</a>, die sich südlich von Rom in der Landschaft <a href="Kampanien" title="Kampanien">Kampanien</a> ganz anders entwickelt hatte als die Kunst im mittleren und nördlichen Teil der <a href="Apenninhalbinsel" title="Apenninhalbinsel">Apenninhalbinsel</a>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So ist den Etruskern zum Beispiel die erste von den griechischen Vorgaben abweichende italische Häuseranlage zuzuschreiben. An die Stelle des offenen Säulenhofs, um den sich in dem griechischen Haus die Gemächer aneinanderreihen, trat hier ein mehr geschlossener Raum, das <a href="Atrium_(Architektur)" title="Atrium (Architektur)">Atrium</a>, der nach oben hin zwar auch gegen den Himmel geöffnet ist, bei dem aber diese Öffnung (<a href="Compluvium" title="Compluvium">Compluvium</a>) eine verhältnismäßig geringe Ausdehnung hat. Sie diente im Übrigen dazu, das von den Dachflächen gesammelte Regenwasser in eine <a href="Zisterne" title="Zisterne">Zisterne</a> weiterzuleiten. Auch der <a href="Etruskischer_Tempel" title="Etruskischer Tempel">etruskische Tempelbau</a> zeigt gegenüber dem <a href="Griechischer_Tempel" title="Griechischer Tempel">griechischen</a> eine im Wesen andere funktionale und gestalterische Auffassung, war frontal statt allansichtig, bildet daher nur Frontsäulen aus, so dass die Grundlagen einer ausgesprochenen Fassadenwirkung geschaffen wurden.
</p><p>In der Auseinandersetzung mit den Römern ab dem 5. Jahrhundert v.&nbsp;Chr. verloren die Etrusker nach und nach ihre politische Macht und gingen, wie auch ihre Kunst, im <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reich</a> auf. So lehnen sich die wesentlichen Bauwerke, die in Rom in den ersten Jahrhunderten des Staates errichtet wurden, an die etruskische Architektur an. Neben den allenthalben feststellbaren latinischen Einflüssen nahm ab dem 2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. der Einfluss griechischer Kultur zu. Viele griechische Kunstwerke und Bauteile fanden infolge siegreicher militärischer Konflikte ihren Weg aus <a href="Antikes_Griechenland" title="Antikes Griechenland">Griechenland</a> und <a href="Kleinasien" title="Kleinasien">Kleinasien</a> nach Rom. Durch die Übernahme der drei griechischen <a href="S%C3%A4ulenordnung" title="Säulenordnung">Säulenordnungen</a> (<a href="Dorische_Ordnung" title="Dorische Ordnung">dorisch</a>, <a href="Ionische_Ordnung" title="Ionische Ordnung">ionisch</a>, <a href="Korinthische_Ordnung" title="Korinthische Ordnung">korinthisch</a>) änderte sich das Erscheinungsbild der zuvor von der <a href="Toskanische_Ordnung" title="Toskanische Ordnung">toskanischen Ordnung</a> bestimmten römischen Architektur grundlegend.
</p><p>Die Römer passten die übernommenen Bauformen ihren eigenen Bedürfnissen an und entwickelten sie weiter, so dass ein eigener architektonischer Stil entstand. Zugleich wurde der zunehmend römisch dominierte <a href="Mittelmeerraum" title="Mittelmeerraum">Mittelmeerraum</a> um zahlreiche Bautypen bereichert: Außer dem geschlossenen <a href="Forum_(Platz)" title="Forum (Platz)">Forum</a> gehörten dazu <a href="Basilika_(Bautyp)" title="Basilika (Bautyp)">Basiliken</a>, <a href="Thermen" title="Thermen">Thermen</a>, <a href="Amphitheater" title="Amphitheater">Amphitheater</a>, <a href="Theater_der_r%C3%B6mischen_Antike" title="Theater der römischen Antike">römische Theater</a>, <a href="Triumphbogen" title="Triumphbogen">Triumphbögen</a> und typische Formen des <a href="Ingenieurbau" title="Ingenieurbau">Ingenieurbaus</a> wie <a href="R%C3%B6merstra%C3%9Fe" title="Römerstraße">Straßen</a>, <a href="Geschichte_des_Br%C3%BCckenbaus#Römische_Antike" title="Geschichte des Brückenbaus">Brücken</a> und <a href="Wasserversorgung_im_R%C3%B6mischen_Reich" title="Wasserversorgung im Römischen Reich">Wasserleitungen</a>. Dabei stellten die Römer den Zweckbau und die Bewältigung natürlicher Gegebenheiten als architektonische Herausforderung in ihrer Wertschätzung auf die gleiche Stufe mit Aufgaben der <a href="Sakralbau" title="Sakralbau">Sakral-</a> und Repräsentationsarchitektur. Ab <a href="Augustus" title="Augustus">augusteischer</a> Zeit ging die <a href="Griechische_Architektur" title="Griechische Architektur">griechisch-hellenistische Architektur</a> in weiten Teilen des Reiches zunehmend in der sich etablierenden römischen Architektur auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_griechische_Einfluss">Der griechische Einfluss</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Griechische_Architektur" title="Griechische Architektur">Griechische Architektur</a></div>

<p>Ein erster Aufschwung der römischen Baukunst setzte mit Beginn des 3.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. ein. In diese Zeit fiel der Bau großer Heerstraßen wie der <a href="Via_Appia" title="Via Appia">Via Appia</a> und von Wasserleitungen; <a href="Appius_Claudius_Caecus" title="Appius Claudius Caecus">Appius Claudius Caecus</a> erbaute 312 v.&nbsp;Chr. den ersten Aquädukt Roms, die <a href="Aqua_Appia" title="Aqua Appia">Aqua Appia</a>. Auch das <a href="Forum_Romanum" title="Forum Romanum">Forum Romanum</a> erhielt eine repräsentativere Ausgestaltung, indem es mit <i>Basiliken</i>, die dem öffentlichen Handelsverkehr und der Rechtspflege dienten, umgeben wurde. Erhalten ist von den Monumenten dieses ersten Aufschwunges nur ein kleineres dekoratives Werk vom Anfang des 3.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr., der <a href="Sarkophag" title="Sarkophag">Sarkophag</a> des <a href="Lucius_Cornelius_Scipio_Barbatus" title="Lucius Cornelius Scipio Barbatus">Lucius Cornelius Scipio Barbatus</a>, der sich heute in den <a href="Vatikanische_Museen" title="Vatikanische Museen">Vatikanischen Museen</a> befindet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Säulenbau"><span id="S.C3.A4ulenbau"></span>Säulenbau</h3></div>
<p>Ab 200 v.&nbsp;Chr. dehnte Rom seine Herrschaft auf <a href="Griechenland" title="Griechenland">Griechenland</a> und <a href="Kleinasien" title="Kleinasien">Kleinasien</a> aus. Ab Mitte des 2.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. machte sich der Einfluss der griechischen Kultur auf die römische Architektur bemerkbar: Griechischer <a href="S%C3%A4ulenordnung" title="Säulenordnung">Säulenbau</a> (Säulenordnung und Säulenform) und der von den Etruskern perfektionierte Gewölbebau begannen in dieser Zeit zusammenzufließen. Dabei war die Architektur jedoch freier ausgestaltet, hin zu einer eigenständigen Bogen- und Gewölbekonstruktion mit <a href="Bogen_(Architektur)#Rundbogen_oder_Halbkreisbogen" title="Bogen (Architektur)">Rundbögen</a>, <a href="Etrusker" title="Etrusker">etruskischen</a> <a href="Tonnengew%C3%B6lbe" title="Tonnengewölbe">Tonnengewölben</a> bzw. <a href="Kreuzgratgew%C3%B6lbe" class="mw-redirect" title="Kreuzgratgewölbe">Kreuzgratgewölben</a> sowie gewaltigen <a href="Kuppel" title="Kuppel">Kuppeln</a>.
</p><p>Neben den Bogen und Kuppeln behielt man wegen der dekorativen Wirkung die griechischen Säulen, Gebälke und Giebel bei, bildete jedoch das Alte um, erweiterte es und schuf ohne Rücksicht auf die stilistische Geschlossenheit neue Elemente wie zum Beispiel das <a href="Kompositkapitell" class="mw-redirect" title="Kompositkapitell">Kompositkapitell</a>, eine Spielart des <i>korinthischen</i> Kapitells mit <i>ionischen</i> Elementen: <a href="Akanthus_(Ornament)" title="Akanthus (Ornament)">Akanthusranken</a> bzw. -blätter mit unterschiedlichem dekorativem Beiwerk darüber. Auch das Gebälk wurde mannigfaltiger gegliedert und reicher geschmückt.
</p><p>Der Säulenbau übernahm eine integrierende und zugleich belebende Funktion und milderte die formale Erscheinung der Gewölbe. Unter den griechischen Säulenordnungen erfuhr die <i>korinthische</i> Ordnung, deren volles Blätterkapitell dem Streben nach Pracht und Glanz besser entsprach, eine besondere Wertschätzung. Erst in der römischen Architektur wurde die korinthische Ordnung zu einer geschlossenen eigenständigen und kanonischen Ordnung entwickelt. In der <a href="Flavier" title="Flavier">flavischen</a> Zeit wird mit der <a href="Komposite_Ordnung" title="Komposite Ordnung">Kompositordnung</a>, wie sie am <a href="Titusbogen" title="Titusbogen">Titusbogen</a> zu sehen ist, zudem eine eigene römische Variante der Säulenordnungen eingeführt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hausform">Hausform</h3></div>
<p>Besonders bezeichnend für den griechischen Einfluss sind die Veränderungen der alten Hausform für eine Familie. Die ursprüngliche <i>domus Italica</i> mit der üblichen axialen Abfolge von Eingang, nach oben offenem <a href="Atrium_(Architektur)" title="Atrium (Architektur)">Atrium</a>, <a href="Tablinum" title="Tablinum">Tablinum</a> und umgebenden Wohnräumen, erhielt im Verlauf des 2.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. zusätzlich einen von Säulenhallen umgebenen Hof (<a href="Peristyl" title="Peristyl">Peristyl</a>) oder auch eine Abfolge solcher Höfe. Weiterhin kamen <a href="Exedra" title="Exedra">Exedren</a>, <a href="Loggia" title="Loggia">Loggien</a> und etliche andere Dekorationselemente (z.&nbsp;B. Plastiken, Brunnen, Steintische, Wandmalereien, Gartenbepflanzungen) hinzu, sodass das Innere der Häuser erstmals in der Antike eine durchgestaltete Komposition ergab. Bei <a href="Villa_urbana" title="Villa urbana">Villen</a> und Palästen befriedigten bauliche und optische Verbindungen in die umgebende Landschaft das Verlangen nach räumlicher Weite. Stadtwohnungen besonders wohlhabender Familien konnten – wie die <a href="Haus_des_Fauns" title="Haus des Fauns">Casa del Fauno</a> in <a href="Pompeji" title="Pompeji">Pompeii</a> aus dem frühen 2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. – einen ganzen Block einnehmen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bautechnik">Bautechnik</h2></div>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vom_Mörtel_zum_Beton"><span id="Vom_M.C3.B6rtel_zum_Beton"></span>Vom Mörtel zum Beton</h3></div>
<p>Den Bau mit behauenen Steinen hatten die Römer von den Griechen übernommen und durch die Technik des <a href="M%C3%B6rtel" title="Mörtel">Mörtelbaus</a> ergänzt. Der römische <a href="Kalkm%C3%B6rtel" title="Kalkmörtel">Kalkmörtel</a> schuf gleichzeitig die Voraussetzung für die Weiterentwicklung der von den Etruskern übernommenen Bogen- und Gewölbekonstruktionen, die später in aller Welt für technische Einrichtungen sowie für <a href="Br%C3%BCcke" title="Brücke">Brücken</a>, <a href="Aqu%C3%A4dukt" title="Aquädukt">Aquädukte</a> und Fassadengalerien verwendet wurden.
</p><p>Bestimmte Zuschlagstoffe ließen den Mörtel wasserbeständig und unter Wasser hart wie Fels werden. Mit Sand und Kies vermischt ergab dieser Mörtel einen ausgezeichneten <i> <a href="Opus_caementitium" class="mw-redirect" title="Opus caementitium">Beton</a></i>, der für das im 2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. eingeführte <i>Gussmauerwerk</i> verwendet und zwischen Holzverschalungen oder Mauerwerk vergossen wurde. Diese Technik verschaffte der antiken Baukunst neue Denkansätze und schier unbegrenzte Möglichkeiten nicht nur für Ingenieurbauten. So konnten bisher unerreichbarer Hochbau, Mehrstöckigkeit, beliebige Wandgliederungen sowie weitgespannte <a href="Tonnengew%C3%B6lbe" title="Tonnengewölbe">Tonnengewölbe</a> und <a href="Kuppel" title="Kuppel">Kuppeln</a> für große Räume ohne Innenstützen realisiert werden.
</p><p>Beton wird oft als wichtigster römischer Beitrag zur Bautechnik der <a href="Moderne" title="Moderne">modernen Welt</a> angesehen, jedoch leben auch viele Stilelemente der römischen Kaiserzeit in den Bögen und <a href="Kuppel" title="Kuppel">Kuppeln</a> von Regierungsgebäuden und Kirchen in <a href="Europa" title="Europa">Europa</a> und <a href="Nordamerika" title="Nordamerika">Nordamerika</a> fort.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bogen">Bogen</h3></div>
<p>Der Bogen stellt wie das Gewölbe eine freitragende Verbindung zwischen <a href="Pfeiler" title="Pfeiler">Pfeilern</a> oder Wänden her. Die Römer übernahmen den echten Bogen von den Etruskern und entwickelten ihn mit Hilfe neuer Werkstoffe zu einem eigenen konstruktiven Element. Mit Hilfe des Betons wurde es möglich, die Bogen zu gießen. Allerdings waren die <a href="Lehrger%C3%BCst" title="Lehrgerüst">Lehrgerüste</a> aus Holz dem Gewicht des feuchten Betonbogen nicht gewachsen. So mauerten die Römer auf dem Gerüst erst einen leichten Ziegelbogen und vergossen darauf den eigentlichen Betonbogen. Ursprünglich war der Bogen ein Abschluss für eine Mauerlücke, also ein Ersatz für den <a href="Sturz_(Architektur)" title="Sturz (Architektur)">Sturz</a>. Neue Möglichkeiten eröffneten sich, als es im 3.&nbsp;Jahrhundert gelang, den Bogen auf Säulen zu setzen. Der in die Tiefe verlängerte Bogen ergibt das Gewölbe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Gewölbe"><span id="Gew.C3.B6lbe"></span>Gewölbe</h3></div>
<p>In der römischen Baukunst wurde zunächst das <a href="Tonnengew%C3%B6lbe" title="Tonnengewölbe">Tonnengewölbe</a> als einfachste Gewölbekonstruktion in untergeordneten Gebäudeteilen verwendet. Im <a href="Kolosseum" title="Kolosseum">Kolosseum</a> wurde es dann erstmals mit leichtem Gussmaterial zwischen gemauerten, unsichtbar im Mauerwerk miteinander verbundenen Backsteinrippen gestreckt. Die damit bereits im 1.&nbsp;Jahrhundert n.&nbsp;Chr. erreichten Spannweiten betrugen bei der <a href="Aula_regia" title="Aula regia">Aula regia</a> 30,5&nbsp;m und bei dem Atrium Minervae 33&nbsp;m. Das <a href="Kreuzgew%C3%B6lbe" class="mw-redirect" title="Kreuzgewölbe">Kreuzgewölbe</a>, das aus der rechtwinkligen Überschneidung zweier Tonnengewölbe entsteht, wurde vorrangig beim Bau der römischen Thermen verwendet. Bei dieser Gewölbeart verteilt sich die Last nicht mehr wie beim Tonnengewölbe auf Wände, sondern wird über Bögen auf vier Eckpfeiler geleitet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Neue_Bauaufgaben_und_Bautypen">Neue Bauaufgaben und Bautypen</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Basilika">Basilika</h3></div>
<p>Die Basilika diente als gedeckte Wandelhalle und war für Gerichtssitzungen und Handelsgeschäfte bestimmt. Die ältesten in Rom erbauten Basiliken – die erste wurde im Jahr 185 v.&nbsp;Chr. errichtet und Basilica Porcia genannt – existieren nicht mehr. Das älteste erhaltene römische Gebäude dieser Art ist die Basilika in <a href="Pompeji" title="Pompeji">Pompeii</a>. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 2.&nbsp;Jahrhunderts v.&nbsp;Chr. und diente für wirtschaftliche Transaktionen sowie für die Justizverwaltung; das <a href="Tribunal" title="Tribunal">Tribunal</a> unter dem Vorsitz der höchsten städtischen Beamten (<a href="Duumvir" class="mw-redirect" title="Duumvir">Duumvir</a>) hatte hier seinen Sitz.
</p><p>Die Fassade des Eingangs wird von vier prachtvollen, auf Basaltsockeln stehenden ionischen Säulen mit vierseitigen Kapitellen gegliedert, die in eine ebenfalls aus <a href="Basalt" title="Basalt">Basalt</a> gebaute Treppe mit vier Stufen eingefügt sind und fünf Eingänge bilden. Das Innere des großen Saals war gekennzeichnet durch einen zweigeschossigen Säulenumgang auf vier Seiten, der aus 28 kannelierten ionischen Säulen bestand, die die <a href="Aula" title="Aula">Aula</a> in drei Schiffe unterteilten, von denen das Mittelschiff fast doppelt so groß ist wie die beiden seitlichen. Die Seitenwänden wurden von 24 aus Ziegeln gemauerten und mit Stuck überzogenen Halbsäulen gegliedert; ihr Stucküberzug war im <a href="R%C3%B6mische_Wandmalerei" title="Römische Wandmalerei">Ersten Stil</a> dekoriert. Das Gebäude könnte von einem großen Giebeldach mit einem einheitlichen Dachstuhl bedeckt gewesen sein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Thermenanlagen">Thermenanlagen</h3></div>
<p>Zu den neuen Bautypen gehörten die privaten und öffentlichen <a href="Thermen" title="Thermen">Thermenanlagen</a> (thermai = Warmwasserquelle), die im 2.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. in Rom eingeführt wurden. Bei den öffentlichen Bädern wurde über der Quelle ein zentraler Kuppelbau errichtet, um den sich die Räume für <a href="Dampfbad" class="mw-redirect" title="Dampfbad">Dampfbäder</a> sowie heiße, lauwarme und kalte Bäder gruppierten, ergänzt von Turnräumen, Spielhöfen, Gärten und Bibliotheken. Die Bauwerke stellten hohe Ansprüche an Architektur und Bautechnik. So waren <a href="Kuppel" title="Kuppel">Kuppeln</a> und <a href="Kreuzgew%C3%B6lbe" class="mw-redirect" title="Kreuzgewölbe">Kreuzgewölbe</a> mit gewaltigen Abmessungen zu errichten und die Vorzüge von <a href="Marmor" title="Marmor">Marmor</a> und <a href="Mosaik" title="Mosaik">Mosaik</a> zur Geltung zu bringen. Die mit einem Kreuzgewölbe überdeckte Halle der Therme <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletians</a> aus dem Jahr 302 n.&nbsp;Chr. war zum Beispiel 37&nbsp;m hoch, 61&nbsp;m lang und 24&nbsp;m breit. Die Ruine wurde in der <a href="Renaissance" title="Renaissance">Renaissance</a> von <a href="Michelangelo" title="Michelangelo">Michelangelo</a> zur Kirche <a href="Santa_Maria_degli_Angeli_e_dei_Martiri" title="Santa Maria degli Angeli e dei Martiri">Santa Maria degli Angeli e dei Martiri</a> umgestaltet.
</p><p>In <a href="Baiae" title="Baiae">Baiae</a> sind umfangreiche Reste antiker Thermenbauten erhalten, die heute in einem Archäologischen Park liegen. Drei Kuppelbauten tragen die traditionellen Namen „Tempel der Diana“, „der Venus“ und „des Merkur“, gehörten aber zu Thermenanlagen. Durch Veränderungen des Meeresspiegels liegen Teile des antiken Ortes inzwischen unter Wasser, wo ein archäologisches Schutzgebiet eingerichtet wurde, das von Booten aus oder in Tauchgängen besichtigt werden kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ehrenbögen"><span id="Ehrenb.C3.B6gen"></span>Ehrenbögen</h3></div>
<p>Aus Bogenarchitektur und Wandgliederung aufgebaut sind in der römischen Architektur ein- oder dreitorige <a href="Triumphbogen" title="Triumphbogen">Triumph-</a> und Ehrenbögen, die freistehend oder eine Straße überspannend errichtet wurden und auf ihrer <a href="Attika_(Architektur)" title="Attika (Architektur)">Attika</a> die Statue (oder Statuen) von geehrten Persönlichkeiten oder Kaisern trugen. Diese Art der Bogenarchitektur ist eine genuin römische Erfindung, die keine Vorbilder in der Architektur Griechenlands oder der Etrusker findet. Die frühen Bögen Roms sind nicht erhalten; der erste, nur aus der schriftlichen Überlieferung bekannte Bogen wurde 196 v.&nbsp;Chr. errichtet. Von den erhaltenen ist besonders der <a href="Sergierbogen" title="Sergierbogen">Sergierbogen</a> in <a href="Pula" title="Pula">Pola</a> aus frühaugusteischer Zeit hervorzuheben. Er ist eine private Stiftung einer <i>Salvia Postrama</i> für einige männliche Mitglieder ihrer Familie, dessen Attika drei Statuen trug.
</p><p>Unter den römischen Kaisern nahm die Pracht dieser Bauwerke zu. Sie wurden reich mit Säulen, Statuen, Reliefs und Inschriften geschmückt. Hervorragende Beispiele der Denkmalgattung sind beispielsweise der <a href="Titusbogen" title="Titusbogen">Titusbogen</a> in Rom (nach 81 n. Chr.) sowie der <a href="Trajansbogen_von_Benevent" title="Trajansbogen von Benevent">Trajansbogen von Benevent</a>. Die <a href="Kannelierung" title="Kannelierung">kannelierten</a> Halbsäulen mit <a href="Kompositkapitell" class="mw-redirect" title="Kompositkapitell">Kompositkapitellen</a> stehen auf ungegliedertem Sockel, sind aber weit auseinandergerückt. Eine andere Form vertritt der <a href="Septimius-Severus-Bogen" title="Septimius-Severus-Bogen">Septimius-Severus-Bogen</a> in Rom. Für die fassadengliedernden Säulen seiner drei Durchgänge wurde jede Säule für sich auf einen <a href="Postament" title="Postament">Postament</a> mit <a href="Verkr%C3%B6pfung" title="Verkröpfung">verkröpftem</a> <a href="Gesims" title="Gesims">Gesims</a> gestellt und die Verkröpfung im <a href="Geb%C3%A4lk" title="Gebälk">Gebälk</a> wieder aufgenommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tabularium">Tabularium</h3></div>
<p>Wichtigstes öffentliches Bauwerk in Rom war das <a href="Tabularium" title="Tabularium">Tabularium</a>, Staatsarchiv des <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">römischen Reichs</a>, in dem Gesetzestexte, <a href="Edikt" title="Edikt">Edikte</a> und Verträge aufbewahrt wurden. Es wurde 83–80 v.&nbsp;Chr. unter <a href="Lucius_Cornelius_Sulla_Felix" title="Lucius Cornelius Sulla Felix">Sulla</a> von <a href="Quintus_Lutatius_Catulus_(Konsul_78_v._Chr.)" title="Quintus Lutatius Catulus (Konsul 78 v. Chr.)">Quintus Lutatius Catulus</a> erbaut. Architekturgeschichtlich markiert der Quaderbau einen Wendepunkt der römischen Baukunst. Unterbau, Decken und Fußböden bestehen aus Mörtelmauerwerk, die freiliegenden Wände aus <a href="Tuff" title="Tuff">Tuff</a> und <a href="Travertin" title="Travertin">Travertin</a>. Innenräume und Treppen sind mit <a href="Tonnengew%C3%B6lbe" title="Tonnengewölbe">Tonnengewölben</a> überspannt. Bogenbau und Wandgliederung sind erstmals eng miteinander verbunden.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mietskasernen">Mietskasernen</h3></div>
<p>Die Einwohner Roms wohnten zum ganz überwiegenden Teil in Wohnblocks, die als <i><a href="Insula" title="Insula">insulae</a></i> bezeichnet wurden. Die Gebäude waren schmal, verjüngten sich nach oben terrassenartig und hatten bei maximalen Höhen zwischen 18 und 21&nbsp;m bis zu sieben Stockwerke. Im Erdgeschoss waren meist Läden untergebracht. Es gab keine Glasfenster, vielmehr wurden die Öffnungen mit Holzläden verschlossen.
</p><p>Die <i>insulae</i> waren leicht gebaut. Ihre mit Mörtel verputzten Außenmauern bestanden aus Holz, die Innenwände aus Geflecht oder dem üblichen Gemisch aus Stroh und Lehm. Aufgrund dieser Bauweise gingen die Bauten schnell in Flammen auf und stürzten leicht ein. Diese Eigenschaften erklären die Feuersbrunst des Jahres 64 n.&nbsp;Chr., der ganze Stadtviertel zum Opfer fielen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Der_römische_Stil_am_Ende_der_Republik_(bis_etwa_30_v._Chr.)"><span id="Der_r.C3.B6mische_Stil_am_Ende_der_Republik_.28bis_etwa_30_v._Chr..29"></span>Der römische Stil am Ende der Republik (bis etwa 30 v. Chr.)</h2></div>


<p>Der <a href="Italiker" title="Italiker">italisch</a>-etruskische Tempel, Mittelpunkt der Monumentalarchitektur, bestand wie die griechischen aus <a href="Cella" title="Cella">Cella</a>, Säulen und Gebälk. Er war aber eindeutig richtungsbezogen und damit grundverschieden von der richtungslosen griechischen Bauweise mit Ringhalle und mehrstufig umlaufendem Unterbau. Der Zugang war nur von einer Schmalseite her möglich, an der eine breite <a href="Freitreppe" title="Freitreppe">Freitreppe</a> auf ein Podium mit einer Säulenvorhalle (<a href="Pronaos" title="Pronaos">Pronaos</a>) führte; auf der hinteren Hälfte des Podiums befanden sich eine oder drei Cellen. Selbst von sich aus richtungslose Bautypen wie die <a href="Rotunde" title="Rotunde">Rotunde</a> bekamen durch entsprechende bauliche Maßnahmen eine Richtung.
Beim <a href="Pantheon_(Rom)" title="Pantheon (Rom)">Pantheon</a> wird das durch die monumentale Vorhalle sehr deutlich. Beim <a href="Tempel_der_Vesta_(Forum_Romanum)" title="Tempel der Vesta (Forum Romanum)">Vestatempel</a> beschränkt sich das auf die nur ein Kreissegment umfassende Treppe, die deswegen das „Vorne“ des ansonsten runden Tempels bestimmt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>Um 100 v. Chr. herum entstanden in <a href="Latium" title="Latium">Latium</a> mehrere auf Bergplateaus oder an Bergabhängen gelegene Heiligtümer. Unter diesen architektonisch meist bescheidenen Objekten repräsentiert die spätrepublikanische Terrassenanlage des Heiligtums der Fortuna Primigenia in <a href="Praeneste" title="Praeneste">Praeneste</a> (heute: <a href="Palestrina_(Latium)" title="Palestrina (Latium)">Palestrina</a>) den Ansatzpunkt einer spezifisch römischen Monumentalarchitektur.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein alter Kern wurde prachtvoll zu einer axialsymmetrischen Anlage mit sieben künstlichen Terrassen ausgebaut, und zwar in einer Verbindung einheimisch-italischer (<a href="Podiumstempel" title="Podiumstempel">Podiumstempel</a>) und hellenistischer Bauformen (Säulenhallen, Freitreppen).
</p><p>Von den italisch-etruskischen Architekturformen flossen einige in die seit dem 4.&nbsp;Jahrhundert v.&nbsp;Chr. eigenständige Formen entwickelnde römische Architektur ein. Das betraf neben der <a href="Toskanische_Ordnung" title="Toskanische Ordnung">tuskanischen Säule</a> vor allem beim Tempel die Freitreppe sowie das hohe Podium und damit die Richtungsbezogenheit; nur <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrians</a> <a href="Tempel_der_Venus_und_der_Roma" title="Tempel der Venus und der Roma">Tempel der Venus und der Roma</a> an der <a href="Via_Sacra" title="Via Sacra">Via Sacra</a> in Rom zeigt äußerlich die Form eines griechischen Baus. Trotz allem verliehen Säulenordnung und Säulenformen römischen Tempeln noch bis zum Ende der <a href="R%C3%B6mische_Republik" title="Römische Republik">Republik</a> ein griechisches Aussehen. Zugleich dienten <a href="S%C3%A4ule" title="Säule">Säulen</a> den römischen Baumeistern oft nur noch zur <a href="Fassade" title="Fassade">Fassadengestaltung</a> oder als <a href="Vorsatzschale" title="Vorsatzschale">Verblendung</a>; für die Umfassung von Räumen hatte jetzt die Mauer Vorrang, so dass es an den Flanken und der Rückseite von Tempeln meist nur noch Halbsäulen gab. Beispiele für den spätrepublikanischen Stil sind innerhalb Roms der <a href="Tempel_des_Hercules_Victor_(Rom)" title="Tempel des Hercules Victor (Rom)">Tempel des Hercules Victor</a> und der <a href="Tempel_des_Portunus" title="Tempel des Portunus">Tempel des Portunus</a> auf dem <a href="Forum_Boarium" title="Forum Boarium">Forum Boarium</a>.
</p><p>Stärker als die vom griechischen und hellenistischen Vorbild geprägten Tempel haben die großen Profanbauten römischen Charakter. Der von den Etruskern übernommene Gewölbebau wurde mit dem Gussmauerwerk kombiniert. Auf der Vervollkommnung dieser Technik basieren seit dem Ende der Republik die gewaltigen, noch heute in Überresten vorhandenen Bauwerke: Thermen, Wehrbauten und Wasserleitungen, allen voran <a href="Pont_du_Gard" title="Pont du Gard">Pont du Gard</a> bei <a href="N%C3%AEmes" title="Nîmes">Nîmes</a> in Südfrankreich. Dieser Aquädukt überspannt das Flusstal in drei Geschossen in einer Länge von 270&nbsp;m und in einer Höhe von 49&nbsp;m.
</p><p>Zu den Bauformen, die schon in republikanischer Zeit entwickelt und in der Kaiserzeit zu monumentaler Größe gesteigert wurden, gehörten das <a href="Amphitheater" title="Amphitheater">Amphitheater</a> sowie das römische <a href="R%C3%B6misches_Theater" class="mw-redirect" title="Römisches Theater">Theater</a> mit halbrundem Zuschauerteil und hohem Bühnenhaus – ein frühes Beispiel dafür ist das <a href="Theater_des_Pompeius" title="Theater des Pompeius">Theater des Pompeius</a> auf dem <a href="Campus_Martius" title="Campus Martius">Marsfeld</a>. Das <i>Teatro Romano</i> in <a href="Volterra" title="Volterra">Volterra</a> stammt aus der Zeit des Kaisers <a href="Augustus" title="Augustus">Augustus</a>. Von der Tribüne für etwa 2000 Zuschauer blickt man auf die teilweise rekonstruierte Bühnenwand. Thermen wie die unterhalb des Theaters liegenden Anlagen aus späterer Zeit gab es in schlichter Form schon in <a href="%C3%96ffentliche_Thermen_in_Pompeji" title="Öffentliche Thermen in Pompeji">Pompeii</a>.
</p><p>Ein weiterer Bautyp aus dieser Zeit ist die <a href="Basilika_(Bautyp)" title="Basilika (Bautyp)">Basilika</a>, ursprünglich wohl Markt- und Gerichtshalle, deren Vorläufer in Athen und im hellenistischen Osten zu suchen sind. Die langgestreckte Halle war in der Regel durch zwei Säulenreihen in drei Schiffe gegliedert und gelegentlich durch eine halbrunde Apsis an einer Schmalseite abgeschlossen. Diese Bauform wurde ab der Zeit <a href="Konstantin_der_Gro%C3%9Fe" title="Konstantin der Große">Konstantins</a> für die christliche Gemeindekirche übernommen und wirkt auf diese Weise über Jahrhunderte weiter. Ein schönes Beispiel gibt es in <a href="Pompeji" title="Pompeji">Pompeii</a>, das allerdings von den monumentalen Bauten der Kaiserzeit, z.&nbsp;B. in <a href="Rom" title="Rom">Rom</a> und in <a href="Trier" title="Trier">Trier</a> (<a href="Konstantinbasilika" title="Konstantinbasilika">Konstantinbasilika</a>), weit übertroffen wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Augusteische_Zeit_(30_v._Chr._bis_14_n._Chr.)"><span id="Die_Augusteische_Zeit_.2830_v._Chr._bis_14_n._Chr..29"></span>Die Augusteische Zeit (30 v. Chr. bis 14 n. Chr.)</h2></div>

<p>Nach der Epoche der Bürgerkriege ging Augustus daran, der neuen Herrschaftsform des <a href="Prinzipat" title="Prinzipat">Prinzipats</a> auch einen neuen, repräsentativen Rahmen zu schaffen. Rom wandelte sich, wie er meinte, von einer Stadt aus Ziegeln zu einer Stadt aus Marmor. Aus Marmor wurde etwa der Marstempel auf dem neuen <a href="Augustusforum" title="Augustusforum">Augustusforum</a>, einer streng gegliederten, symmetrisch angeordneten Platzanlage, errichtet. Andere beeindruckende, bis heute erhaltene architektonische Zeugnisse sind zum Beispiel das <a href="Marcellustheater" title="Marcellustheater">Marcellustheater</a>, das von <a href="Agrippa" title="Agrippa">Agrippa</a> erbaute und unter Kaiser <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> erneuerte <a href="Pantheon_(Rom)" title="Pantheon (Rom)">Pantheon</a> und nicht zuletzt Augustus’ Mausoleum und die <a href="Ara_Pacis" title="Ara Pacis">Ara Pacis</a>, der Friedensaltar aus dem Jahr 9 v.&nbsp;Chr., der auf einem Relief eine Prozession der kaiserlichen Familie zeigt.
</p><p>Augustus vollendete die großartigen Unternehmungen, die unter <a href="Julius_C%C3%A4sar" class="mw-redirect" title="Julius Cäsar">Julius Cäsar</a> eingeleitet worden waren. Sein neues, prächtigeres Rom betraf jedoch mehr die von ihm hinzugefügten neueren Stadtteile; die unregelmäßige Beschaffenheit der alten Stadt blieb dabei erhalten. Erst <a href="Nero" title="Nero">Nero</a> hatte nach dem großen <a href="Gro%C3%9Fer_Brand_Roms" title="Großer Brand Roms">Brand</a> im Jahr 64 n.&nbsp;Chr. die Möglichkeit zu einer umfassenden Neugestaltung. Beim Wiederaufbau ließ er breitere Straßen anlegen und beschränkte die maximale Höhe der Häuser, die nun alle eigene Mauern haben mussten, auf 25 Meter; überall sorgte er für <a href="Brandschutz" title="Brandschutz">Brandschutzmaßnahmen</a>. Sich selbst ließ Nero ein riesiges, prunkvolles Anwesen mit großen Kunstschätzen und technischen Raffinessen errichten, die <i><a href="Domus_Aurea" title="Domus Aurea">Domus Aurea</a></i> (das „Goldene Haus“); tatsächlich zeugt der Bau des Prunkhauses von wenig politischem Verständnis, da zu dieser Zeit der Aufbau der öffentlichen Infrastruktur wenigstens verlangsamt wurde. Das Anwesen wurde kurz nach Neros Tod geplündert und abgerissen. In den Ruinen wurde später die <a href="Laokoon-Gruppe" title="Laokoon-Gruppe">Laokoon-Gruppe</a> entdeckt, und auf dem Areal des dazugehörigen Sees wurde das <a href="Kolosseum" title="Kolosseum">Kolosseum</a> errichtet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Zeit_der_Flavischen_Kaiser_(zweite_Hälfte_des_1._Jahrhunderts)"><span id="Die_Zeit_der_Flavischen_Kaiser_.28zweite_H.C3.A4lfte_des_1._Jahrhunderts.29"></span>Die Zeit der Flavischen Kaiser (zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts)</h2></div>


<p>In der zweiten Hälfte des 1.&nbsp;Jahrhunderts n.&nbsp;Chr., als der Einfluss griechischer Künstler mehr und mehr zurückging und die Römer in der Architektur selbst zu ihrem eigenen monumentalen Stil fanden, vollendete <a href="Titus" title="Titus">Titus</a> das von seinem Vater begonnene <a href="Flavier" title="Flavier">Flavische</a> Amphitheater, das wegen einer ursprünglich dort stehenden <a href="Koloss_des_Nero" title="Koloss des Nero">Kolossalstatue Neros</a> als <a href="Kolosseum" title="Kolosseum">Kolosseum</a> bezeichnet wird.
</p><p>Die ungeheure Baumasse ist nach außen durch drei <a href="Arkade" title="Arkade">Arkadengeschosse</a> gegliedert, deren Pfeiler durch vorgeblendete <i>dorische</i>, <i>ionische</i> und <i>korinthische</i> Halbsäulen geschmückt sind und in deren Nischen einst Marmorstatuen standen. Arkaden gehörten fortan zu den bevorzugten Schmuckelementen der römischen Baukunst bis hin zur <a href="Porta_Nigra" title="Porta Nigra">Porta Nigra</a> in Trier.
</p><p>Titus verbesserte außerdem die stadtrömische Wasserversorgung durch den Ausbau der <i><a href="Aqu%C3%A4dukt" title="Aquädukt">aquae</a> Marcia</i>, <i>Curtia</i> und <i>Caerulae</i> und ließ südöstlich des neuen Amphitheaters <a href="Thermen" title="Thermen">Thermen</a> errichten. Die Errichtung von solchen Bädern gehörte in der Folgezeit offenbar zu den selbstverständlichen „Pflichten“ der römischen Kaiser. Daneben verbesserte Titus, wie <a href="Vespasian" title="Vespasian">Vespasian</a> vor ihm, die <a href="Infrastruktur" title="Infrastruktur">Infrastruktur</a> in Italien und den <a href="R%C3%B6mische_Provinz" title="Römische Provinz">Provinzen</a>. Vor allem forcierte er den Straßenbau. Große Summen flossen aber auch in den Wiederaufbau der vom Ausbruch des <a href="Vesuv" title="Vesuv">Vesuvs</a> am 24. August 79 zerstörten Städte in <a href="Kampanien" title="Kampanien">Kampanien</a>.
</p><p>Die Katastrophe des Vesuvausbruchs hat der Nachwelt v.&nbsp;a. in <a href="Pompeji" title="Pompeji">Pompeii</a> und <a href="Herculaneum" title="Herculaneum">Herculaneum</a> eine umfassende Vorstellung von der römischen Wohnkultur sowie von den römischen <a href="R%C3%B6mische_Wandmalerei" title="Römische Wandmalerei">Wandmalerei</a> und <a href="Mosaik" title="Mosaik">Mosaiken</a> durch <i>natürliche Konservierung</i> bewahrt. Das von <a href="Lucius_Cornelius_Sulla_Felix" title="Lucius Cornelius Sulla Felix">Sulla</a> nach seinen Feldzügen in <a href="Griechenland" title="Griechenland">Griechenland</a> in Rom als Abart der Wandmalerei bekannt gemachte Mosaik entfaltete in der <a href="R%C3%B6mische_Kaiserzeit" title="Römische Kaiserzeit">römischen Kaiserzeit</a> gegen Ende des 1. und zu Beginn des 2.&nbsp;Jahrhunderts seine höchste Blüte. Zuerst vornehmlich die Böden teppichgleich bedeckend, dienten Mosaiken später auch als Schmuck für Wände und <a href="Gew%C3%B6lbe" title="Gewölbe">Gewölbe</a>. Die Entwürfe gehen wohl überwiegend auf gemalte <a href="Tafelbild_(Malerei)" title="Tafelbild (Malerei)">Tafelbilder</a> zurück, die nicht erhalten geblieben sind. Außer ihrer eigenen Wirkung vermitteln die erhaltenen „Steinbilder“ also gleichzeitig eine lebendige Vorstellung von der antiken hellenistischen und römischen Bildkunst. Die Zahl der Motive war nahezu unbegrenzt; so finden sich Szenen aus der griechischen Mythologie, aus dem römischen Alltag, <a href="Erotische_Kunst" title="Erotische Kunst">erotische Kunst</a> oder auch Darstellungen historischer Ereignisse wie zum Beispiel das Mosaik der <a href="Alexandermosaik" title="Alexandermosaik">Alexanderschlacht</a> in <i>Pompeii</i>, andere gibt es in <a href="Delos" title="Delos">Delos</a>. Als besonders reizvolle Motive sind weiter die farbenfrohen Landschafts- und Naturdarstellungen aus <i>Pompeii</i> und <a href="Praeneste" title="Praeneste">Praeneste</a> bekannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Zeit_Trajans_und_Hadrians_(98_bis_138_n._Chr.)"><span id="Die_Zeit_Trajans_und_Hadrians_.2898_bis_138_n._Chr..29"></span>Die Zeit Trajans und Hadrians (98 bis 138 n. Chr.)</h2></div>


<p><a href="Trajan" title="Trajan">Trajan</a>, der Militärkaiser, führte noch herrlichere Bauten als seine Vorgänger aus und setzte sich, an die von Augustus geschaffene Tradition anknüpfend, ein Denkmal durch den Bau der gewaltigen Anlage des <a href="Trajansforum" title="Trajansforum">Trajansforums</a> in Rom. Es ist das letzte, größte und prächtigste der so genannten <a href="Kaiserforen" title="Kaiserforen">Kaiserforen</a>. Auch ist es das <a href="Forum_(Platz)" title="Forum (Platz)">Forum</a> in Rom, welches heute noch am besten erhalten ist. Später wurde es – wie vieles andere in Rom auch – weitgehend überbaut. Viele Gebäude bzw. Gebäudeteile dienten auch als willkommener und billiger Steinbruch.
</p><p>Gut erhalten sind vor allem weite Teile der Märkte sowie die weit sichtbare <a href="Trajanss%C3%A4ule" title="Trajanssäule">Trajanssäule</a>, die für den Kaiser 113 n. Chr. „von Senat und Volk von Rom“ errichtet wurde. Die 38 m hohe Säule aus Marmor hat im Inneren eine Wendeltreppe, die bis zum Kapitell reicht, auf dem einst eine vergoldete Bronzestatue Trajans stand. Ein 200 m langes, sich spiralartig um den ganzen Schaft ziehendes Band von Reliefs schildert in dokumentarischen Darstellungen mit über 2500 Figuren die Einzelheiten der Feldzüge. Diese Art des auch an <i>Triumphbögen</i> üblichen <i>historischen Reliefs</i> stellt eine eigene Leistung der <a href="R%C3%B6mische_Kunst" title="Römische Kunst">römischen Kunst</a> dar, in der die historische Begebenheit mit ihrem aktuellen Realitätswert die künstlerische Form bestimmte.
</p><p><a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> förderte vor allem die Künste und vollendete das <a href="Olympieion_(Athen)" title="Olympieion (Athen)">Olympieion</a>, den gewaltigen Tempel des olympischen <a href="Zeus" title="Zeus">Zeus</a> in Athen. Seine <a href="Villa_Adriana" title="Villa Adriana">Villa in Tibur (Tivoli)</a> war das größte römische Beispiel eines alexandrinischen Gartens, in dem eine heilige Landschaft und Erinnerung an die von ihm bereisten Gegenden gestaltet wurde. Das Gelände ist zum großen Teil zerstört, da der Kardinal d’Este viel von Hadrians Marmor zum Bau seiner eigenen <a href="Villa_d%E2%80%99Este" title="Villa d’Este">Villa d’Este</a> fortschaffen ließ.
</p><p>Das in Rom unter <a href="Marcus_Vipsanius_Agrippa" title="Marcus Vipsanius Agrippa">Agrippa</a> errichtete <a href="Pantheon_(Rom)" title="Pantheon (Rom)">Pantheon</a> erhielt unter Hadrian seine heutige Gestalt. Der <a href="Konstantinsbogen" title="Konstantinsbogen">Konstantinsbogen</a> in Rom soll einen hadrianischen Kern oder Vorgänger gehabt haben, was die Herkunft der hadrianischen, aber später überarbeiteten <a href="Relief" title="Relief">Reliefs</a> (sogenannte Jagd-Tondi) erklären würde. Der nach seinem Tod zu seinen Ehren erbaute Hadrianstempel, das so genannte <a href="Hadrianeum" title="Hadrianeum">Hadrianeum</a>, ist heute Sitz der römischen <a href="B%C3%B6rse" title="Börse">Börse</a>.
</p><p>Begraben wurde Hadrian in seinem <a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Mausoleum</a>, das nach Umbauten und Errichtung eines Verbindungsganges zum <a href="Vatikanstadt" title="Vatikanstadt">Vatikan</a>, des <i>Passetto</i>, unter dem Namen <a href="Engelsburg" title="Engelsburg">Engelsburg</a> bekannt ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_spätere_Kaiserzeit_(138_bis_306_n._Chr.)"><span id="Die_sp.C3.A4tere_Kaiserzeit_.28138_bis_306_n._Chr..29"></span>Die spätere Kaiserzeit (138 bis 306 n. Chr.)</h2></div>

<p>Bis zur Zeit Hadrians hielt sich der Stil der römischen Architektur ziemlich auf gleichem Niveau; die Bauten des <a href="Antoninus_Pius" title="Antoninus Pius">Antoninus Pius</a> und des <a href="Marc_Aurel" class="mw-redirect" title="Marc Aurel">Marc Aurel</a> schließen die Blüte der römischen Architektur ab. Bis zur Zeit des <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> konnte die römische Architektur zwar ihr technisches Niveau aufrechterhalten, gestalterisch setzte jedoch ein Wandel ein, der sich, wie zum Beispiel beim <a href="Konstantinsbogen" title="Konstantinsbogen">Konstantinsbogen</a>, in dem zunehmenden Rückgriff auf bereits vorhandenes ausdrückte. Die gleiche Tendenz zeigt die sich in dieser Zeit entwickelnde christliche Baukunst.
</p><p><a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a> war schließlich einer der großen Bauherren, dessen Leidenschaft nicht nur dem Ausbau der Hauptstadt zugutekam. Er und sein Sohn ließen die riesigen Anlagen der <a href="Caracalla-Thermen" title="Caracalla-Thermen">Caracalla-Thermen</a> und andere große Bauten, namentlich in den östlichen Provinzen, errichten. Über die ursprüngliche Marmor- und Mosaikpracht in den Thermen geben die heutigen Backstein- und Gusssteinruinen keine Auskunft mehr, die Trümmer lassen jedoch erkennen, dass es sich um überlieferte Formen der Badeanlagen und der römischen Gewölbe handelt. An Severus erinnert der Triumphbogen auf dem Forum in Rom, dessen Pracht einen Eindruck von dem repräsentativen Stil der späten Kaiserzeit vermittelt.
</p><p>In der Zeit der „Soldatenkaiser“ kam der Monumentalbau wegen der kurzen Regierungszeiten und wegen des für die Verteidigung der Grenzen erforderlichen Aufwandes wenig voran. Erst <a href="Diokletian" title="Diokletian">Diokletian</a> widmete sich wieder dem Thermenbau, noch größer und noch prächtiger als die Caracalla-Thermen. Als Alterssitz schuf er sich in seiner Heimat an der Küste <a href="Illyrien" title="Illyrien">Illyriens</a> den einem riesigen <a href="Feldlager" class="mw-redirect" title="Feldlager">Feldlager</a> gleichenden <a href="Diokletianspalast" title="Diokletianspalast">Diokletianspalast</a>, in dessen Mauern später die Stadt <a href="Split" title="Split">Split</a> ihren Platz fand.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konstantin_der_Große_(ab_306_n._Chr.)"><span id="Konstantin_der_Gro.C3.9Fe_.28ab_306_n._Chr..29"></span>Konstantin der Große (ab 306 n. Chr.)</h2></div>

<p>In dem Jahrzehnt nach Diokletian entstand in Rom auf dem Forum eines der eindrucksvollsten Bauwerke der römischen Spätzeit, die <a href="Maxentiusbasilika" title="Maxentiusbasilika">Maxentiusbasilika</a> (auch <i>Basilika Nova</i>, hin und wieder fälschlich auch <i>Konstantinsbasilika</i> genannt), die letzte und größte <a href="Rom" title="Rom">römische</a> Basilika. Sie befand sich am Rand des <a href="Forum_Romanum" title="Forum Romanum">Forum Romanum</a>. <a href="Maxentius" title="Maxentius">Maxentius</a> erlebte jedoch die Fertigstellung seiner Basilika nicht mehr; ihn ereilte 312 der Tod im Kampf gegen Kaiser <a href="Konstantin_der_Gro%C3%9Fe" title="Konstantin der Große">Konstantin&nbsp;I.</a> in der <a href="Schlacht_an_der_Milvischen_Br%C3%BCcke" title="Schlacht an der Milvischen Brücke">Schlacht an der Milvischen Brücke</a> vor den Toren Roms. So war es <i>Konstantin</i>, der die Basilika einweihte und außerdem in der <a href="Apsis" title="Apsis">Apsis</a> eine in <a href="Akrolith" title="Akrolith">Akrolithtechnik</a> gearbeitete <a href="Kolossalstatue_Konstantins_des_Gro%C3%9Fen" title="Kolossalstatue Konstantins des Großen">Kolossalstatue</a> von sich errichten ließ.
</p><p>Der <a href="Konstantinsbogen" title="Konstantinsbogen">Konstantinsbogen</a> neben dem Colosseum steht nicht nur in historischer Hinsicht (siehe: <a href="Konstantinische_Wende" title="Konstantinische Wende">konstantinische Wende</a>) an einer Zeitenwende. Er verherrlicht den Sieg Konstantins über seinen innenpolitischen Gegner Maxentius und ist der wohl größte und mächtigste Bogen in Rom. Seine Proportionen entsprechen zwar denen früherer Ehrenbögen, bei einem großen Teil seines plastischen Schmucks handelt es sich um <a href="Spolien" class="mw-redirect" title="Spolien">Spolien</a>, die von älteren Monumenten wiederverwendet wurden, während die zeitgenössischen Bildhauerarbeiten in ihrem formalistischen Stil Ausdruck eines gewandelten Kunstempfindens sind. Ausnahmen am Bogen bilden die in Konstantins Zeit umgearbeiteten Porträts auf den Spolien, die sich stilistisch stark an älterem orientieren.
</p><p>Bereits vor der Zeit Konstantins begann sich das Schwergewicht der Bautätigkeit ab dem späten 3. Jahrhundert zunehmend in die Provinzen zu verlagern. Die Schaffung neuer Kaiserresidenzen außerhalb Roms machte es nötig, in den neuen Hauptstädten kaiserliche Bauwerke zu errichten. In <a href="Trier" title="Trier">Trier</a> lassen die Reste dieser Anlagen noch etwas von der Pracht und den Ausmaßen einer spätrömischen Residenz erahnen. Doch blieben die handwerklichen Kenntnisse der jahrhundertelangen römischen Bautradition auch über den <a href="Untergang_des_R%C3%B6mischen_Reiches" title="Untergang des Römischen Reiches">Untergang des Römischen Reiches</a> hinaus erhalten, wie die <a href="Byzantinische_Architektur" title="Byzantinische Architektur">byzantinische Architektur</a> oder die Bauten in <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a> aus dem 5. und 6. Jahrhundert zeigen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Geschichte_der_Architektur" title="Geschichte der Architektur">Geschichte der Architektur</a></li>
<li><a href="R%C3%B6mische_Kunst" title="Römische Kunst">Römische Kunst</a></li>
<li><a href="R%C3%B6mische_Stadt" title="Römische Stadt">Römische Stadt</a></li>
<li>Römischer Tempelbau</li>
<li><a href="R%C3%B6mische_Bautechnik" title="Römische Bautechnik">Römische Bautechnik</a></li>
<li><a href="Griechische_Architektur" title="Griechische Architektur">Griechische Architektur</a></li>
<li><a href="Griechischer_Tempel" title="Griechischer Tempel">Griechischer Tempel</a></li>
<li><a href="Liste_der_r%C3%B6mischen_Bauwerke_auf_antiken_M%C3%BCnzen" title="Liste der römischen Bauwerke auf antiken Münzen">Liste der römischen Bauwerke auf antiken Münzen</a></li>
<li><a href="Byzantinische_Architektur" title="Byzantinische Architektur">Byzantinische Architektur</a></li>
<li><a href="Liste_sp%C3%A4tantiker_Taufpiscinen" title="Liste spätantiker Taufpiscinen">Liste spätantiker Taufpiscinen</a></li>
<li><a href="Altes_%C3%84gypten#Architektur_und_Monumentalbau" title="Altes Ägypten">Ägyptische Architektur</a></li>
<li><a href="Persische_Architektur" title="Persische Architektur">Persische Architektur</a></li>
<li><a href="Vorromanik" title="Vorromanik">Vorromanik</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Henner_von_Hesberg" title="Henner von Hesberg">Henner von Hesberg</a>: <i>Römische Baukunst</i>. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52920-8.</li>
<li>Wilfried Koch: <i>Baustilkunde</i>. Bassermann Verlag/Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München 1998, ISBN 3-8094-5007-3.</li>
<li><a href="Heinrich_Pleticha" title="Heinrich Pleticha">Heinrich Pleticha</a>, <a href="Otto_Sch%C3%B6nberger" title="Otto Schönberger">Otto Schönberger</a>: <i>Die Römer.</i> Prisma Verlag, Gütersloh 1980, ISBN 3-570-05286-9.</li>
<li><a href="Walter-Herwig_Schuchhardt" title="Walter-Herwig Schuchhardt">Walter-Herwig Schuchhardt</a>, <a href="Helga_von_Heintze" title="Helga von Heintze">Helga von Heintze</a>, Irmgard Hutter: <i>Neue Belser Stilgeschichte – Band 2: Griechische und römische Antike.</i> Belser Verlag, Stuttgart/Zürich 1987, ISBN 3-7630-1970-7.</li>
<li>Fritz Winzer (Hrsg.): <i>Kulturgeschichte Europas.</i> Naumann &amp; Göbel Verlagsgesellschaft/Georg Westermann Verlag, Köln / Braunschweig.</li>
<li><i>Enzyklopädie der Technikgeschichte.</i> Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1967, ISBN 3-421-02648-3.</li>
<li>Ursula Hatje (Hrsg.): <i>Stilkunde – Von der Antike bis zur Gegenwart.</i> Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin / Darmstadt / Wien 1965.</li>
<li>Salvatore Ciro Nappo: <i>Pompeji – Die versunken Stadt.</i> Karl Müller Verlag, Erlangen 1998, ISBN 3-86070-748-5.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a href="Franz_Reber" title="Franz Reber">Franz Reber</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=3718"><i>Album der Ruinen von Rom</i> (1883)</a> goethezeitportal.de mit Ansichten und Beschreibungen der wichtigsten Baudenkmäler.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.romereborn.virginia.edu/gallery-current.php#videos_2_1">Rome Reborn – Das antike Rom wiederauferstanden – Eine Videotour durch die antike Stadt im Jahr 320 n.u.Z.</a> (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Neue Belser Stilgeschichte.</i> Band 2, S. 181.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Neue Belser Stilgeschichte.</i> Band 2, S. 177.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Neue Belser Stilgeschichte.</i> Band 2, S. 205.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Werner Müller, Gunther Vogel: <i>dtv Atlas Baukunst.</i> Band 1, ISBN 3-423-03020-8, S 251.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Neue Belser Stilgeschichte.</i> Band 2, S. 223.</span>
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